RA Dr. Arnaud aus Heidelberg hat im Dieselskandal erfolgreich die Volkswagen AG auf Schadensersatz wegen vorsätzlicher, sittenwidriger Schädigung (§ 826 BGB) verklagt.

Die Einzelrichterin der ersten Zivilkammer des Landgericht Heidelberg hat in der mündlichen Verhandlung vom 31.01.2018 den Prozessparteien ihre Rechtsposition verdeutlicht und dabei klargestellt, dass das Gericht den Autohersteller als Urheber der massenhaften Manipulation von Kunden des VW-Konzern in der zivilrechtlichen Haftung sieht und den eingeklagten Anspruch bejaht (Az. 1 O 40/17).

Der Fall wies folgende Besonderheiten auf:

Es ging nicht um einen VW, sondern einen im Jahr 2013 neu erworbenen SEAT Alhambra, also ein Auto der mit VW verbundenen spanischen Tochtergesellschaft, die einen von VW hergestellten und ihr gelieferten, manipulierten Motor des Typs EA 189 eingebaut hatte. Ferner hatte der Kunde das Software-Update aufgespielt, was nach Ansicht des Gerichts  aber aufgrund der weiter bestehenden Unsicherheiten nicht tauglich war, den Schaden zu beheben.

Der Kunde hatte das Auto während des Prozesses verkauft, da er keine Fahrverbote oder technische Probleme aufgrund des manipulierten Motors riskieren wollte. Es ging zuletzt noch um einen Schadenbetrag von rd. 8.200 EUR. Einen Betrag für die Nutzung des Autos in Form der gefahrenen Kilometer hatte der Kläger dabei bereits berücksichtigt.

Den Autoverkäufer, einen SEAT-Händler aus Südhessen, hatte der Kunde nicht verklagt, da diesem kein Vorwurf gemacht werden kann und kaufrechtliche Ansprüche wegen der kurzen Verjährungsfristen keinen Erfolg versprachen.

Urteil im Volltext hier abrufbar:  http://arnaud.de/vw_urteil_20180131/